Holzpellets

Bei Holzpellets handelt es sich um einen Brennstoff, der aufgrund seiner günstigen Preisentwicklung in den letzten Jahren immer beliebter geworden ist. Es handelt sich hierbei um Pellets in einer Stäbchenform, deren Durchmesser unter 25 mm liegt - bei einem Durchmesser von über 25 mm spricht man dagegen von Holzbriketts, welche wie auch die Holzpellets in der Regel hauptsächlich aus Holz sowie anderen Sägenebenprodukten hergestellt werden. Auch verschiedene Resthölzer oder Stammholz können zur Herstellung von den Holzpellets sowie Holzbriketts verwendet werden. Die Größe ist der Hauptunterschied zur Unterscheidung von Holzbriketts und den pelletförmigen Brennstoffen, zudem dürfen Holzbriketts keine Bindemittel von außen zugesetzt werden. Bei den Pellets darf dieses bis zu einem Anteil von 2 Prozent erfolgen, was aber in der Regel nur bis zu einem Anteil von 0,5 Prozent erfolgt.
Die Nutzung von den Pellets zum Heizen der Wohnung ist durch eine spezielle Pelletsheizung oder auch einen Pelletkaminofen möglich, deren Heizkessel beziehungsweise Brennraum mit diesem Brennstoff befüllt wird. Der erste Pelletofen wurde im Jahr 1983 vom amerikanischen Flugingenieur Mr. Whitfield entwickelt, der eine umweltfreundlichere Möglichkeit zur Gewinnung von Energie zum Heizen als Idee hatte. In Europa waren es zuerst Schweden und Dänemark, die die Erfindung des Pelletofens von Mr. Whitfield in Großanlagen nutzten. In Deutschland wurden die Holzpellets erst im Jahr 1996 als offzieller Brennstoff zugelassen, wobei zuerst der industrielle Bereich diese zum Heizen verwendete.
Doch auch immer mehr private Haushalte gehen zum Heizen mit diesem Brennstoff über, da er viel Energie zum Heizen gibt und dabei bei der Anschaffung recht günstig ist. Der Trend zu Holzpellets lässt sich auch durch die installierten Pelletheizungen in Deutschland erkennen: gab es im Jahr 1999 noch insgesamt 800 Pelletheizungen hierzulande, so sind es im Jahr 2008 bereits schon 100.000 Pelletheizungen gewesen. Dabei werden die Pellets nicht allein im privaten Rahmen zur Gewinnung von Energie zum Heizen verwendet, sondern haben auch im industriellen Bereich einen hohen Stellenwert erreicht. Im industriellen Bereich findet die Verwendung der Holzpellets ebenso vorwiegend zur Gewinnung von Energie zum Heizen statt.

Vorteile bei der Verwendung von Holzpellets zum Heizen

Holzpellets oder auch Holzbriketts haben für die Verbraucher vor allem den Vorteil, dass sie sehr günstig und gleichzeitig auch umweltfreundlich sind. Da sie sehr günstig in der Anschaffung und damit auch in den Folgekosten sind, wird der Nachteil des höheren Anschaffungspreises für eine Pelletheizung schnell ausgeglichen. Zudem werden auch staatliche Förderungen angeboten, wenn der Verbraucher sein Heizen auf eine Pelletheizung umstellen möchte.
Der Preis von Pellets ist im Vergleich zu den fossilen Brennstoffen sehr günstig, gleichzeitig ist auch die Preisentwicklung völlig unabhängig von diesen. Das bedeutet wiederum für den Verbraucher, dass er nicht dauernd die Preisentwicklung von diesem Brennstoff im Blick haben muss und die Kosten für das Heizen damit auf einem konstant preiswertem Level halten kann. Ein großer Vorteil ist des Weiteren die große Benutzerfreundlichkeit von diesem Brennstoff - sie besitzen kaum Eigengeruch, so dass sie bei der Lagerung nicht unangenehm auffallen. Ebenso können sie auch sehr einfach gelagert werden und sind wesentlich platzsparender als viele andere Brennstoffarten zum Heizen (sie weisen zum Beispiel gegenüber Brennholz eine deutlich höhere Schüttdichte auf). Hierdurch können auch private Haushalte größere Mengen kaufen und lagern, wodurch diese noch einmal besonders günstig erworben werden können. Bei der Verwendung von Pellets in einem Pelletkaminofen ist es ein großer Vorteil für den Verwender, dass diese sehr sauber bei der Befüllung sind und gleichzeitig nur wenig Asche verursachen. Die Flamme in einem Pelletofen wirft ein sehr schönes Licht und weist zudem nur eine geringe Rauchentwicklung auf, was auch für den Schornstein von Vorteil ist.
Umweltfreundlich ist das Heizen mit Pellets vor allem deshalb, weil der Rohstoff zur Herstellung Holz ist und damit nachwächst. Ebenso werden zur Herstellung der Holzpellets sowie von Holzbriketts die Abfälle von großen Holz- oder Sägewerken verwendet, welche auch ohne die Herstellung des Brennstoffes angefallen wären. Auch beim Heizen mit diesen Brennstoffen sind klare Vorteile für die Umwelt zu erkennen, da die Verbrennung von Holzpellets einen deutlich geringeren Anteil an Schwefeloxid hervorruft, als die sonst üblichen fossilen Brennstoffe. Bei der Gewinnung von Energie aus Pellets ist die CO2-neutrale Verbrennungseigenschaft von Holz ein großer Pluspunkt für die Umwelt - die Freisetzung bei der Verbrennung überschreitet im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen nicht die CO2-Aufnahme des Baumes. Weiterhin ist auch der Transport von Holzpellets umweltfreundlich - einerseits erfolgt die Herstellung von diesen im eigenen Land, wodurch nur kurze Transportwege notwendig sind. Andererseits entsteht auch bei einem Verkehrsunfall des Transportwagens von Pellets oder Holzbriketts keine Umweltkatastrophe - ganz im Gegensatz zum Heizöl.
Für Deutschland bietet das Gewinnen von Energie zum Heizen mit diesem natürlichen Brennstoff einen ganz erheblichen Vorteil, da eine gewisse Unabhängigkeit zu den erdölfördernden Ländern besteht. Zudem ist hier auch die Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen zu nennen, welche durch die vermehrte Produktion von Holzpellets hierzulande entsteht.

Nachteile bei der Verwendung von Pellets zum Heizen

Neben dem vergleichsmäßig hohen Anschaffungskosten einer Pelletheizung ist als weiterer Nachteil vom Heizen mit Holzpellets oder auch Holzbriketts der Rohstoff Holz zu nennen - dieser wächst zwar nach, allerdings gehört Holz zu den sehr langsam wachsenden Rohstoffen. Wenn sich der Trend zu den Pellets und Holzbriketts immer weiter fortsetzt und mehr Haushalte ihre Energie zum Heizen daraus gewinnen möchten, dann könnte es in Zukunft zu einem Engpass bei der Herstellung kommen. Hierdurch würde letztendlich auch die Preisentwicklung nachteilig beeinflusst werden und die Kosten für die Pellets somit deutlich steigen.
Ein weiterer Nachteil entsteht bei der Lagerung von Pellets in beispielsweise Großraumsilos, da sich hier vermehrt Kohlenmonoxid anreichern kann. Kohlenmonoxid ist ein unsichtbares und gleichzeitig auch geruchsloses Gas, welches durch die Pressung von diesem Brennstoff freigesetzt werden kann. Wird vermehrt Kohlenmonoxid mit der Atemluft aufgenommen, kann es zu schweren Vergiftungserscheinungen und im schlimmsten Fall auch zum Tod kommen - eine gute Lüftung von größeren Lagerräumen mit Holzpellets sollte daher immer gegeben sein. Bei einer Lagerung der Pellets in handelsüblichen Mengen für private Haushalte ist der Austritt von Kohlenmonoxid jedoch so gering, dass keine negativen Auswirkungen auf die Bewohner zu erwarten sind.

Die Herstellung vom Brennstoff Holzpellets

In den meisten Fällen findet die Herstellung von diesem Brennstoff nahe einem großen Säge- oder Hobelwerk statt, da die Holz- und Sägeabfälle eine optimale Rohstoffquelle darstellen. Da diese ursprünglich nur als Abfall dienten, sind die Pellets sowie auch die daraus gewonnen Holzbriketts sehr günstig. Als Rechengröße kann man sich merken, dass für eine Tonne des Brennstoffes ungefähr sieben Kubikmeter an den anfallenden Spänen benötigt werden.
Die Herstellung ist in hohem Maße abhängig von der Qualität der Rohstoffe sowie auch deren Art - verschiedene Holzarten erfordern beispielsweise verschiedene Voraussetzungen an die Pelletpresse. Ebenso enthalten die Rohstoffe einen ganz unterschiedlichen Gehalt an Feuchtigkeit, weshalb für eine gleichbleibende Restfeuchte der fertigen Pellets eine Trocknung von diesen vor der Herstellung erforderlich ist. Denn nur dann kann der Hersteller gewährleisten, dass die Qualität seiner Holzpellets oder auch der Holzbriketts gleichmäßig ist und den Verbraucher zufrieden stellt.
Vor der Verarbeitung steht demnach die Trocknung der Rohstoffe und gleichzeitig auch die Entfernung von eventuell vorhandenen Verunreinigungen. Danach werden die Späne zerkleinert und schließlich in einer Pelletpresse in die gewünschte Form gebracht. Bei der Pressung ist darauf zu achten, dass Harthölzer wie Eiche oder auch Buche eine höhere Presskraft als Weichhölzer erfordern - ein gemeinsames Pressen ist daher bei den Holzarten nicht möglich und würde zu einem schlechten Ergebnis führen.
Das Pressen der Holzpellets in der Pelletpresse wird auch Pelletierung genannt, wobei die vorbearbeiteten Rohstoffe durch Rollen in die Formen einer Matrize gepresst werden. Zur Herstellung von Pellets hat die Matrize dabei Bohrungen in einem Durchmesser von 6 bis zu 10 mm - zum Pressen von Holzbriketts sind die Bohrungen der Matrize dabei mit einem Durchmesser von mindestens 25 mm ausgestattet. Der hohe Druck beim Pressen führt zu einer Erwärmung des Materials, welches insbesondere für die spätere Bindung der Holzpellets wichtig ist. Denn der Rohstoff Holz enthält in erster Linie Zellulose und Lignin - das Lignin wird durch die Wärme und den gleichzeitigen Druck leicht verflüssigt und kann hierdurch die Zellulose ummanteln und damit in der Form halten. Daher ist es für die Bindung generell nicht notwendig, dass noch andere Bindemittel zugefügt werden - allerdings wird die Abriebfestigkeit bei den meisten Herstellern durch einen Zusatz von Presshilfsmitteln sicher gestellt. Als Presshilfsmittel dienen dabei Mehl oder Stärke, welche in einem Anteil von 0,2 bis zu 2,0 Prozent zugesetzt werden dürfen.
In der Pelletpresse werden die Pellets zwar in den gewünschten Durchmesser gebracht, die Zuschneidung der Pelletlänge wird dann aber nach dem Austritt der Masse aus der Presse durchgeführt. Mithilfe eines Abstreifmessers werden die Pellets dann in eine Länge von 10 bis zu 30 mm gebracht und erhalten damit die Form, in welcher sie dann auch im Geschäft erhältlich sind.
Die Nacharbeitung der Holzpellets ist dann einmal die Trocknung von diesen bei Umgebungstemperatur sowie die Absiebung von Feinanteilen, denn diese dürfen zu maximal einem Prozent in den fertigen Holzpellets enthalten sein.
Die benötigte Energie zur Herstellung von diesem Brennstoff ist ein weiterer Grund, warum die Pellets oder auch Holzbriketts so günstig im Handel erhältlich sind. Denn während bei der Herstellung von Heizöl rund 12% an Energie verbraucht werden, sind es bei der Herstellung von Pellets nur ca. 2,7 % - wenn die verwendeten Rohstoffe sehr trocken waren. Bei feuchteren Rohstoffen kann dagegen der Anteil der Energie zur Herstellung auf 3 bis zu 17 % betragen - daher werden diese nach Möglichkeit nur selten zur Herstellung eingesetzt.

Qualität der Pellets

Obwohl dieser Brennstoff sehr günstig im Handel erhältlich ist, sind an dessen Qualität strenge Anforderungen in Hinsicht auf die Qualität gegeben. Die Anforderungen an die Qualität wurde in Deutschland in der DIN 51731 festgelegt und in Österreich in der Ö-Norm 7135. Zusätzlich müssen auch die Bedingungen der Europäische Norm EN 14961 "Feste Biobrennstoffe - Brennstoffspezifikationen und -klassen" eingehalten werden.
In den Anforderungen sind auch die Größen und Wassergehaltsklassen festgehalten. Für den privaten Gebrauch von diesen gibt es nur die zwei Größen D06 sowie D08 - bei einer Größe von D06 dürfen die Pellets einen Durchmesser von 6 mm bis 1,0 mm haben und zwischen 3,15 mm und 40 mm lang sein (bis zu einem Prozent der enthaltenen Holzpellets dürfen auch eine Länge von bis zu 45 mm aufweisen). Bei der Größe D08 darf der Durchmesser 8 mm bis 1,0 mm betragen und die Länge sollte ebenfalls zwischen 3,15 mm und 40 mm liegen - Abweichungen in der Länge sind im Gegensatz zur Größe D06 nicht erlaubt. Zudem ist bei den Holzpellets für private Zwecke nur die Wassergehaltsklasse M10 zulässig, welche einen Wasseranteil von maximal 10 Prozent erlaubt.
Allgemein ist in den Vorschriften für Pellets auch festgehalten, dass diese nur einen Anteil an Feingut von maximal einem Prozent haben dürfen und zudem eine Schüttdichte von mindestens 600 kg/m³ aufweisen müssen. Die Schüttdichte wird auch gerne als Schüttgewicht bezeichnet und benennt die Dichte der Holzpellets.
Seit Anfang 2002 gibt es in Deutschland auch eine Zertifizierung nach DINplus durch die DIN CERTCO Gesellschaft für Konformitätsbewertung mbH erhältlich. Diese Zertifizierung wird für Holzpellets ausgestellt, welche sowohl die Anforderungen der deutschen DIN als auch die der österreichischen Ö-Norm einhalten. Zusätzlich sind hier noch weitere Anforderungen an den Hersteller in Bezug auf die Qualitätssicherung bei der Herstellung gegeben. Hierbei handelt es sich in erster Linie um engmaschigere Kontrollen in der Qualitätssicherung sowie um jährliche Kontrollbesuche durch die Zertifizierungsgesellschaft.
Beim Gewinnen von Energie zum Heizen mit Pellets laufen einem zudem noch drei unterschiedliche Eigenschaftsklassen an Pellets über den Weg. Die hochwertigeren Holzpellets werden mit den Klassen A1 sowie A2 bezeichnet und dann gibt es noch die Eigenschaftsklasse B. Bei den ersteren beiden muss die Gewinnung des Brennstoffes aus natürlichem Holz beziehungsweise Holzabfällen erfolgen, welche nicht chemisch behandelt worden sein dürfen. Die Eigenschaftsklasse B darf dagegen auch aus Rohstoffen gefertigt worden sein, welche chemisch behandelt worden sind oder welche bereits gebraucht worden sind. Besonders günstig zu erwerben sind daher die Holzpellets der Eigenschaftsklasse B, deren Verwendung allerdings auch aus gesundheitlichen Gründen zu überdenken ist. Auch weitere Eigenschaften werden durch die Bezeichnung der drei verschiedenen Klassen festgelegt - so darf die Klasse A1 einen Aschegehalt von maximal 0,7%, die Klasse A2 einen Aschegehalt von maximal 1,5% und die Klasse B einen Aschegehalt von maximal 3% aufweisen. Der Stickstoffgehalt der Klasse A1 liegt bei maximal 0,3%, der Klasse A2 bei maximal 0,5% und der Klasse B bei maximal 1%.
Für die industrielle Nutzung gibt es bei den Pellets insgesamt acht verschiedene Größenklassen, da die Großanlagen in den Unternehmen die Verwendung auch anderer Pelletgrößen ermöglicht. Die Pellets können hier in den kleineren Größen D06 sowie D08 bezogen werden, daneben weisen die Größenklassen D10, D12 sowie D25 größere Durchmesser und Längen auf. Gleichzeitig gibt es für die Holzpellets zur industriellen Nutzung auch eine zweite Wassergehaltsklasse - die Klasse M15, bei welcher ein Wassergehalt von bis zu 15% enthalten sein darf.

Die Preisentwicklung der Holzpellets

Dieser Brennstoff ist bei den Verbrauchern besonders deshalb beliebt, weil er sich durch eine sehr günstige Preisentwicklung auszeichnet. In den 90er Jahren wurden die Pellets zuerst auf einem recht hohen Preisniveau auf den Markt gebracht, dann sind sie jedoch schnell sehr günstig geworden - in den Jahren 2002 bis 2005 lag der Preis bei nur 3,50 Cent/kWh. Im darauf folgenden Winter ging die Preisentwicklung mit über 5 Cent/kWh deutlich in die Höhe, was durch die damaligen Engpässe bei der Herstellung verursacht wurde - die plötzlich große Nachfrage an Energie zum Heizen durch Holzpellets machte sich dementsprechend bei der Preisentwicklung deutlich bemerkbar. Doch schon im Jahr darauf ging die Preisentwicklung bei den Pellets wieder deutlich abwärts und sie konnten mit einem Preis von durchschnittlich 3,50 bis 4,50 Cent/kWh sehr günstig erworben werden. Diese für die Verbraucher äußerst positive Preisentwicklung ist den Herstellern zu verdanken, die ihr Angebot der Nachfrage anpassten und für ein größeres Produktionsvolumen sorgten.
Auch der Vergleich der Preisentwicklung von Holzpellets zu den fossilen Brennstoffen zeigt sich sehr positiv für die ersteren: sieht man sich die Preisentwicklung von Erdgas oder Erdöl zum Heizen seit dem Jahr 2000 an, dann kann man eine Steigerung von über 100% erkennen. Im Gegensatz zu diesen fossilen Brennstoffen hat sich die Preisentwicklung von Pellets nur um rund 30% erhöht - womit diese als sehr günstig bezeichnet werden können. Dementsprechend ist es derzeit ein großer Kostenvorteil, wenn man die Energie zum Heizen aus den Holzpellets bezieht und sich damit unabhängig von den fossilen Brennstoffen macht.

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